Teil 2: Die DB InfraGO AG – Wem gehören Gleise und Bahnhöfe?
Jeder Zug braucht Schienen, auf denen er fährt – aber wem gehören eigentlich die Gleise? Wer entscheidet schlussendlich, wann welcher Zug wo langfährt? Und wer sorgt dafür, dass die Weichen, Signale und Bahnhöfe in Schuss bleiben?
Die Antwort ist: Nicht wir! Denn metronom ist zwar für den Zugverkehr zuständig, aber die Bahninfrastruktur gehört der DB InfraGO AG (ehemals DB Netz AG und DB Station & Service).
metronom ist zwar für den Zugverkehr zuständig, aber die Bahninfrastruktur gehört der DB InfraGO AG (ehemals DB Netz AG und DB Station & Service). Damit unsere Züge zuverlässig fahren können, braucht es eine gut ausgebaute und funktionierende Infrastruktur. Die DB InfraGO AG ist aus der Fusion von DB Netz AG und DB Station&Service AG entstanden und gehört zu 100 % der Deutschen Bahn. Der Name "InfraGO" steht für "gemeinwohlorientiert", was bedeutet, dass das Unternehmen nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern im Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge handelt.
Welche Aufgaben hat die DB InfraGO?
Die DB InfraGO kümmert sich um zwei zentrale Bereiche:
Fahrweg (Schienennetz)
- Wartung, Betrieb und Ausbau des gesamten deutschen Schienennetzes
- Sicherstellung eines fairen Zugangs für alle Eisenbahnunternehmen
- Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten, z. B. Streckensanierungen und Brückenerneuerungen
Personenbahnhöfe
- Betrieb und Instandhaltung von rund 5.400 Bahnhöfen
- Betreuung der Bahnsteige und Serviceeinrichtungen für Fahrgäste
- Modernisierung und barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe
Warum kann metronom nicht einfach selbst über die Strecken entscheiden?
Als Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzen wir die Infrastruktur der DB InfraGO – also die Gleise, Bahnhöfe und Stellwerke. Die Qualität dieser Infrastruktur beeinflusst direkt unsere Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Deshalb ist es wichtig, dass die DB InfraGO das Netz modernisiert, Engpässe beseitigt und Bahnhöfe kundenfreundlich gestaltet. Zudem ist jede Zugfahrt wie eine reservierte Spur auf der Autobahn – sie muss vorher geplant und genehmigt werden.
Das funktioniert so:
- Die DB InfraGO AG erstellt den Grundfahrplan für alle Strecken.
- Bahnunternehmen wie metronom beantragen Trassen, also Zeitfenster für ihre Züge und kaufen den Strom für die Züge ein.
- Die DB InfraGO AG vergibt die Trassen und sorgt dafür, dass sich keine Züge in die Quere kommen.
- Wenn Baustellen oder Störungen auftreten, entscheidet die DB InfraGO AG, welche Züge Vorrang haben. Der Fernverkehr und einige besondere Güterzüge haben immer Vorrang – wir müssen uns dann überholen lassen.
- Die DB InfraGO AG entscheidet auch über Ad-Hoc Sperrungen auf der Schiene, wenn zum Beispiel ein Notfall, wie z.B. ein Böschungsbrand vorliegt.
Das bedeutet: Die DB InfraGO sorgt für die Infrastruktur – wir beim metronom sorgen für die Fahrt!
Warum gibt es immer wieder Bauarbeiten und Sperrungen?
Die Bahninfrastruktur ist alt, störanfällig und muss deshalb ständig repariert und erneuert werden. Die DB InfraGO AG ist für die diese Wartung und Instandhaltung verantwortlich, was bedeutet, dass regelmäßig:
- Schienen ausgetauscht werden,
- Weichen modernisiert werden,
- Bahnübergänge saniert werden,
- Und jetzt neu: die Generalsanierung ganzer Streckenabschnitte.
Diese Arbeiten sind auch aus unserer Sicht zwingend notwendig. Es muss etwas getan werden, damit die Schiene eine Zukunft hat. Baumaßnahmen führen aber dazu, dass Züge umgeleitet oder ersetzt werden müssen – und das betrifft auch uns.
Was bedeutet das alles für metronom?
- Wir können nicht selbst entscheiden, wie wir fahren, sondern müssen uns an die Trassenvergabe und die Streckenvorgaben der DB InfraGO AG halten.
- Wenn ein Gleis gesperrt ist, können wir nicht einfach auf eine andere Strecke ausweichen, denn jede Umleitung muss technisch möglich und von der DB InfraGO AG genehmigt sein. Auch unsere Lokführerinnen und Lokführer brauchen für die "fremde" Strecke eine zusätzliche Berechtigung - die sogenannte Streckenkunde.
- Wenn ein Bahnhof oder eine Weiche defekt ist, müssen wir warten, bis die DB InfraGO AG das Problem behoben hat – wir haben darauf keinen Einfluss.
Warum beeinflusst das die aktuellen Einschränkungen?
Unsere Lokführerinnen und Lokführer sind bereit – aber die Infrastruktur macht uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung.
- Einige Strecken sind regelmäßig wegen Baustellen oder Störungen gesperrt oder sind nur eingeschränkt (mit sogenannten Langsamfahrstellen) befahrbar.
- Die Strecken vom metronom sind an der Leistungsgrenze – sie zählen zu den wichtigsten Strecken Deutschlands.
- Verspätungen auf der Infrastruktur können sich auf unseren gesamten Fahrplan auswirken. Eine kleine Störung kann sich über Stunden bemerkbar machen.
- Durch Baumaßnahmen auf anderen Strecken sind unsere "Stammstrecken" sehr stark ausgelastet. So kommt es immer öfter vor, dass wir andere Züge überholen lassen müssen. Dadurch entstehen auch einige Verspätungsminuten.
Wer die Schiene besitzt, macht die Regeln!
Wir fahren nicht einfach drauflos – unser gesamter Fahrplan hängt davon ab, welche Trassen wir bekommen und ob die Strecken befahrbar sind. Wir tun unser Bestes, um dich sicher und pünktlich ans Ziel zu bringen – aber manchmal liegt es nicht in unserer Hand.
Im nächsten Blogartikel erfährst du, was metronom eigentlich genau macht – und welche Aufgaben wir täglich übernehmen, um den Bahnverkehr am Laufen zu halten.